Golf, Mystik, Kunst und Bier

Diese durch den Böhmerwald mit Bayern und Tschechien verbundene Region gilt noch als absoluter Geheimtipp für neugierige Entdecker und feinsinnige Genießer.

Das Mühlviertel erhielt seinen Namen von den durchziehenden Flüssen Große, Kleine und Steinerne Mühl. Es grenzt im Westen an Bayern, im Norden an Tschechien und im Osten an Niederösterreich. Naturräumlich gehört es zum Granit- und Gneishochland der Böhmischen Masse. Das Mühlviertel unterscheidet sich vor allem aufgrund seiner Lage und seines geologischen Untergrundes bezüglich Flora und Fauna wesentlich von anderen Landesteilen. Besonderheiten in der Natur sind unter anderem weitgehend naturbelassene Fließgewässer, Bürstlingswiesen (Borstgrasrasen), Felsformationen (Wollsackverwitterung), Moore und der böhmische Enzian.

Als Ausgangsbasis für unsere Entdeckungsreisen durch das Mühlviertel und zu den Golfplätzen haben wir das Genießerhotel Mühltalhof in Neufelden ausgewählt und waren damit höchst zufrieden.

Gotische Altstadt und Weberstraße
Charakteristisch sind alte Bauernhöfe aus Granit sowie mächtige Burgen und Schlösser. Die Stadt Freistadt mit ihrer durchwegs gotischen Bausubstanz und der großteils erhaltenen Stadtmauer zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen mittelalterlicher Stadtbaukunst in Österreich. Einen besonderen Ruf genießt das Mühlviertler Webergewerbe, das um 1600 entstand, als in zahlreichen Gemeinden eigene Webermärkte ins Leben gerufen wurden. In solchen Gemeinden verdiente vielfach die Hälfte der Einwohner mit Weben oder dessen Nebenberufen ihr Einkommen. Als Rohmaterial diente Flachs, das damals überwiegend vor Ort angebaut wurde. Neben Holz, Salz und Eisenprodukten zählten Webwaren zu den wichtigsten Exportartikeln Oberösterreichs. Heute bilden 19 Webereien und Textilwerkstätten sowie themenspezifische Museen die „Mühlviertler Weberstraße".

Schwarzenberg´sche Schwemmkanal und Pferdeeisenbahn
Als überaus eindrucksvoll erweist sich das traditionelle Böhmerwald-Schauschwemmen, das in den Sommermonaten alte Zeiten aufleben lässt: Der Schwarzenberg´sche Schwemmkanal gilt als geniale Pioniertat des 18 Jh. und ermöglichte Holz aus dem Böhmerwald bis nach Wien zu transportieren.

Der technische Fortschritt im Verkehrswesen basiert auf das Jahr 1832, als die Pferdeeisenbahnstrecke von Linz nach Budweis, die erste Schienenbahn Kontinentaleuropas, eröffnet wurde. Was damals modernstem Reisekomfort entsprach, ist heute eine ebenso romantische wie nostalgische Zeitreise mit einer Pferdestärke durch die reizvolle Landschaft. Eine Reise ganz anderer Art verspricht die Bierroute, die die Tradition des Bierbrauens im Mühlviertel eindrucksvoll widerspiegelt. Insgesamt können sechs Brauereien besichtigt werden, darunter Schlägl, Österreichs einzige Stiftsbrauerei, mit neun verschiedenen Bierspezialitäten.

Museumsstraße und Adalbert-Stifter-Wanderwege
Darüber hinaus führt eine Gotikstraße durch die mystische Hügellandschaft zu Kirchen, Burgen, Kapellen und Bürgerhäusern, die vom gotischen Baustil geprägt sind. Die Museumsstraße wiederum verbindet eine Vielzahl sehenswerter kleiner Museen verschiedenster Themen wie (Kunst-)Handwerk, Bauernarbeit, Alltagsleben oder Altäre. Einer der Bedeutendsten ist zweifellos der Kefermarkter Flügelaltar, der zwischen 1490 und 1497 erschaffen wurde und zu den Hauptwerken der Gotik in den deutschsprachigen Ländern zählt. Dass der Altar heute noch zu bewundern ist, verdankt man nicht zuletzt einer Initiative von Adalbert Stifter, der in den Jahren 1852 bis 1855 das von Holzwürmern befallene Kunstwerk restaurieren ließ. Stifter war zu dieser Zeit auch als Konservator tätig, bekannt ist der aus dem südböhmischen Oberplan stammende Künstler (geb. 23.10.1805) aber für seine zahlreichen Literaturwerke, die nicht selten von der hügeligen Landschaft des Mühlviertels geprägt waren. Das Projekt „Adalbert Stifter im Böhmerwald" beinhaltet neben sieben Ausstellungen auch Stifterwanderwege, -Wirte und -Denkmäler.

Moderne Kunst und mystische Sagen
Überhaupt war und ist die Region eine Heimat für Künstler, etwa Franz von Zülow, der hier seinen Sommersitz hatte und Namensgeber für eine der renommiertesten Künstlervereinigungen Oberösterreichs, der „Zülow-Gruppe", ist. Über die Grenzen hinaus bekannt sind längst auch die Jazztage in Ulrichsberg, oder die HEIM.ART@-Projekte von Joachim Eckl. Seine Tätigkeiten waren auch ausschlaggebend, dass sich in den letzten Jahren internationale Künstler und Galeristen ansiedelten. So ist etwa Nicolas Treadwells „Art Experience" in Aigen unbedingt einen Besuch wert. Auch das älteste Stadttheater des Landes ist hier zu finden, genauer gesagt in Grein an der Donau.

Nicht zu vergessen der so genannte „Luftg´selchte Pfarrer", eine Mumie, die in St. Thomas am Blasenstein seine letzte Ruhe fand, oder der sagenumwobene Heidenstein bei Eibenstein, in dessen oberen Bereich sich drei immer mit Wasser gefüllte Schalen befinden, denen eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Sollte aber das Wasser einmal austrocknen, so erzählt man sich, gehe die Welt unter …

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Geschichte der Stiftsbrauerei Schlägl

Bereits im ausgehenden Mittelalter dürfte in der Umgebung von Schlägl schon Bier gebraut worden sein. Zumindest gibt es Hinweise auf die Existenz eines Hopfenackers in Aigen im Jahre 1472. Erwähnt wird eine Brauerei erstmals 1546 bzw. 1566. Der genauere Standort des Brauhauses ist nicht bekannt. Diese Brauerei wurde allerdings nicht gewerbsmäßig betrieben, sondern das Bier war nur für den alltäglichen Gebrauch des Konventes bestimmt. Im Jahre 1580 ist schon vom „Schlägler Bier" die Rede, damals soll der Probst vom Schlägl mit dem Passauer Bischof solches getrunken haben.

1584 richtete man vermutlich in der heutigen „Krypta" einen Bierkeller ein. Das Brauhaus und das Mälzhaus baute man ebenfalls gegen Ende des 16. Jhdts. um. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Brauerei wahrscheinlich in einem Holzhaus untergebracht. Nun wurde das Bier in einem gemauerten Gebäude hergestellt. Damals wurde im Stift Schlägl noch kein Weißbier gebraut. Nur das „rote Bier" aus Gerstenmalz produzierte man hier. Erst im 17 Jhdt. konnte dann auch das begehrte Weißbier gebraut werden.

1626 wurde das Stift Schlägl von aufständischen Bauern in Brand gesteckt und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Im Zuge des Wiederaufbaues stellte man der Brauerei einen eigenen Trakt zur Verfügung: Bier wurde nun im Westtrakt des Stiftes gebraut. Die Brauerei selbst hatte ihren Standort im Erdgeschoß, während im Obergeschoß sich die Vorratskammern befanden. Wurde bisher fast ausschließlich für den eigenen Gebrauch gebraut, fanden sich nun schon etliche Abnehmer des Schlägler Bieres, sodass 1634 bereits 79 Fass Bier verkauft werden konnten.

Unter Abt Siard Worath (1701 – 1721) erlebte die Brauerei einen sehr großen Aufschwung, sodass sie von ihm als einer der besten Wirtschaftsbetriebe des Stiftes bezeichnet wurde. Bereits zu 89 % wurde Weißbier gebraut, während nur mehr 11 % des Bierausstoßes auf das Braunbier entfiel.

Im 19. Jahrhundert wurde die Brauerei öfters modernisiert und ausgebaut. So baute man um 1820/30 ein Kühlhaus an und 1865 wurde aufgrund Platzmangels unter dem Getreidekasten ein Märzenkeller angelegt. Das Märzenbier, das seit 1820 gebraut wurde, erfreute sich großer Beliebtheit. Mit dem „Märzenkeller" war ein erster Schritt zur Verlegung der Brauerei vom Westtrakt des Stiftes in das heutige Gebäude getan.

Weitere Modernisierungsschritte wurden zu Beginn des Jahrhunderts unternommen. 1901 wurde das zu kleine Eishaus mit einem Neubau ersetzt, und 1909 baute man das Sudhaus um. Damals betrug der Bierausstoß schon etwa 3000 Hektoliter. Der Erste Weltkrieg und die anschließende Wirtschaftskrise fügten der Brauerei schweren Schaden zu. Von 1915 bis 1919 konnte überhaupt kein Bier gebraut werden und nach Ende des Krieges musste man sich aufgrund Rohstoffmangels für kurze Zeit mit Rübenbier zufriedengeben. In den 20er Jahren erholte sich die Stiftsbrauerei etwas und so konnte man 1923 mit der Erzeugung von Flaschenbier beginnen.

1941 wurde des gesamte Vermögen des Stiftes Schlägl, also auch die Brauerei, von den Nationalsozialisten enteignet. Nach der endgültigen Rückgabe des Stiftsvermögens an den Konvent entschloss man sich zu Beginn der fünfziger Jahre, die gesamte Brauerei in den ehemaligen Getreidekasten zu verlegen. 1953 wurde das Sudhaus fertiggestellt, und am 1. Mai 1954 konnte der Betrieb im neuen Gebäude aufgenommen werden.

Golfplätze im Mühlviertel

Oberes Mühlviertel

  • Golfklub Donau Feldkirch
  • Golfklub Pfarrkirchen
  • Golfpark Böhmerwald
  • Golfklub SternGartl

Unteres Mühlviertel

  • Golfklub St. Owswald - Freistadt
  • Linzer GC Luftenberg

Brauerei Hofstetten

Eine halbe Wegstunde nördlich von St. Martin, mitten im Herzen des Mühlviertels, erblickt man sie auf einer Anhöhe – die Brauerei Hofstetten.

Als Besitz der Pibersteiner wurde Hofstetten im Jahr 1229 erstmals urkundlich erwähnt! Herrschaftssitz und Raststätte zugleich lag es an einem Kreuzungspunkt der Via Regia, der alten, geschichtsträchtigen Salzstraße von der Donau nach Böhmen. Zu dieser Zeit war es üblich, in den Gaststätten das Bier selbst zu brauen (dies wurde von den Frauen in der Küche erledigt). Es wird angenommen, dass so der Grundstein für die Brauerei gelegt wurde. Heute ist Hofstetten eine Privatbrauerei und befindet sich seit 1849 im Besitz der Familie Krammer.

Für die Produktion von Hofstettner Bieren werden nur österreichische Rohstoffe verwendet. Die Brauerei verfügt über hauseigene Brunnen, aus denen das Wasser für die Bierproduktion entnommen wird. Hierbei handelt es sich um Urgesteinswasser welches durch das Granitgestein gefiltert wird und so nur eine sehr geringe Härte von 3 bis 6° dH aufweist – also die beste Voraussetzung um gutes Bier zu brauen.

Die Spezialmalze, welche für die gute Qualität der Biere wichtig sind, kommen aus der österreichischen Mälzerei Plohberger (Grieskirchen) und der Stadlauer Malzfabrik. Für das angenehm Bittere in den Bieren sorgt Mühlviertler Aroma- und Bitterhopfen, der sorgfältig von den Hopfenbauern aus der Region gepflanzt und geerntet wird.

1449 berichtet das Urbar von Wallsee erstmals von einer Brauerei in Hofstetten. Dies ist die älteste Aufzeichnung, die auf eine Brauerei an diesem Standort hinweist. Mit dieser Jahreszahl wurde die Brauerei auch im Guinness Buch der Rekorde als „älteste Brauerei Österreichs" angeführt!

Im Jahr 1847 ersteigerte der aus Ottau – Böhmen – stammende Viehhändler Kaspar Krammer die Brauerei Hofstetten, da das Gut überschuldet war und geliefertes Vieh nicht bezahlt werden konnte. Damals ging die Brauerei Hofstetten in den Besitz der Familie Krammer über, welche bereits in der fünften Generation erfolgreich Hopfen und Malz zu Bier verarbeitet.

Im Jahr 1998 übernahm Peter Krammer die Brauerei von seinem Vater Franz. Die Flaschenabfüllung wurde aus wirtschaftlichen Gründen nach Schlägl ausgelagert.

Um Bierinteressierten die Materie des Bierbrauens näher zu bringen und den Leuten zu zeigen wie in eine handwerkliche Brauerei Spezialitäten entstehen, wurde das Angebot der Führungen erweitert. Um auch professionelle Verkostungen abhalten zu können, ist die bestehende Stube neu gestaltet und für 60 Personen umgebaut worden.

2008 wurde das Starkbiersortiment der Brauerei auf 4 Sorten erweitert! Neben Weihnachtsbock, Sündenbock, Hochland BIO Honigbock wurde erstmals auch ein Granitbock eingebraut. Mit diesen Spezialitäten ist es gelungen, am internationalen Biermarkt Fuß zu fassen. So wurde im September 2008 das erste Bier nach Amerika verkauft.

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