Natalia Ushakova - Das Galakonzert des Jahres

Arien in der Sommer-Arena

Mit „Arien in der Sommerarena“ präsentiert die Ausnahmesopranistin Natalia Ushakova wiederum ihr einziges Open-Air-Konzert im September 2019 in der Sommerarena Baden.Am 5. September 2019 lädt die Starsopranistin Natalia Ushakova bereits zum vierten Mal zu ihrem einzigartigen Open-Air-Abend in die großartige Kulisse der Sommerarena Baden. Nach den großen Erfolgen in den Vorjahren präsentiert die charismatische Wahlösterreicherin ihr neues Programm. Erleben Sie die beeindruckende Stimmgewalt der charismatischen Starsopranistin in einer einzigartigen Atmosphäre. „Ich freue mich schon sehr auf den Abend in der historischen Open-Air Arena im Herzen von Niederösterreich!“, so Natalia Ushakova.

Natalia Ushakova wird an diesem Abend Leidenschaftliches und Lustvolles aus Oper und Operette zum Besten geben: Die Ausnahmekünstlerin interpretiert die schönsten Werke von Puccini, Verdi, Strauß und Lehar und wird das Publikum mit ihrer atemberaubenden Stimme aufs Neue verzaubern. Begleitet wird die Sopranistin vom Czech Virtuosi Orchestra. Damit ist ein außergewöhnlicher Musikgenuss unter dem Sternenhimmel für Freunde klassischer Musik in einem einzigartigen Ambiente garantiert. Der Pflichttermin für Klassikliebhaber Ende des Sommers.

Bühne Baden - Sommerarena: 5. September 2019, 19:30 Uhr
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Musical-Konzert

Mit den Stars von "Der Kuss der Spinnenfrau"

Die Stars des Musicals „Der Kuss der Spinnenfrau“ – Elisabeth Ebner, Ann Mandrella, Martin Berger und Drew Sarich –  begeisterten die Besucher der Bühne Baden am Donnerstag, 15. August, einen wunderbaren Abend. Unterstützt durch das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Christoph Huber brachten die vier Ausnahmedarsteller bekannte und weniger bekannte Musicalhits auf die Bühne. Einige davon in noch nie gehörter Version. Durch das Programm führte sehr humorvoll Martin Berger.

Wenn Sie auch einen unvergesslichen Abend erleben wollen, haben Sie am 3. September noch die Möglichkeit, bei der zweiten Auflage dieses Konzertes im Stadttheater Baden mit dabei zu sein.

Bühne Baden - Stadttheater: 3. September 2019, 19:30 Uhr

Kuss der Spinnenfrau – Kiss of the Spider Woman

Ein Musical Buch von Terrence McNally nach dem Roman von Manuel Puig Gesangstexte von Fred Ebb, Musik von John Kander, Deutsch von Michael Kunze. Badener Erstaufführung

Der homosexuelle Schaufensterdekorateur Molina sitzt in einer lateinamerikanischen Diktatur in Haft. Sein neuer Zellengenosse ist der Widerstandskämpfer Valentin. Folter und Demütigung bestimmen das Leben im Gefängnis. Molinas Devise zum Überleben lautet, sich eine schöne Scheinwelt herbeizuträumen. Nach anfänglicher Verweigerung lässt Valentin sich darauf ein. Im Mittelpunkt der glamourösen Phantasien steht die verführerische Diva Aurora, die in ihrer Rolle als Spinnenfrau zugleich auch tödliche Macht verkörpert. Ein Stück über den Sieg von Liebe, Würde und Phantasie über Brutalität und Verrat. Die Musik wird dominiert von lateinamerikanischen Rhythmen und konfrontiert den Glamour der filmischen Träume Molinas mit der schmerzvollen Vergegenwärtigung von Angst, Gewalt und Liebessehnsucht.

Kuss der Spinnenfrau gilt neben Cabaret und Chicago als das beeindruckendste Werk des Erfolgsduos John Kander und Fred Ebb. Die Uraufführung erlebte 922 Vorstellungen. 1993 erhielt die Broadway-Produktion sieben Tony Awards, darunter für das beste Musical und die beste Partitur.

Musikalische Leitung: Oliver Ostermann, Inszenierung: Werner Sobotka, Bühnenbild: Karl Fehringer / Judith Leikauf, Kostüme: Friederike Friedrich, Choreografie: Natalie Holtom, Light Design: Michael Grundner.

Besetzung: Molina – Drew Sarich; Valentin – Martin Berger; Aurora, die Spinnenfrau – Ann Mandrella; Molinas Mutter – Andrea Huber; Marta – Elisabeth Ebner; Gefängnisaufseher – Franz Josef Koepp; Esteban, Gefängniswärter – Artur Ortens; Marcos, Gefängniswärter - Tamim Fattal; ai-Beobachter – Beppo Binder.
Gefangene & Ensemble: Gabriel - David Rodriguez; Aurelio - Thiago Fayad; Fuentes - Peter Knauder und Carlo Schiavone.

Die deutschsprachige Erstaufführung fand in der Übersetzung von Michael Kunze am 28. November 1993 im Raimund Theater in Wien statt, mit Yamil Borges als Aurora/Spinnenfrau, Günther Mokesch als Molina und Thorsten Tinney als Valentin. Ich war damals mit dabei und kann daher auch einen - soweit die Erinnerungen reichen - einen kleinen Vergleich anstellen. Und der fällt so aus: Die Badener Produktion ist keinen Deut schlechter, in einigen Passagen für mich sogar noch besser!
Soviel ich weiß, wurde dieses Musical seither nicht mehr in Österreich gespielt.
Der Kuss der Spinnenfrau gehört zu der Musicalrichtung, die Geschichten mit Tiefgang und durchaus auch mit schwerem Inhalt durch die Musik wie in der Oper, die Handlung unterstützt oder sogar noch intesiver gestaltet. Dazu gehört u.a. auch Jesus Christ Superstar, das vor einigen Jahren auch in Baden einen riesen Erfolg verbuchen konnte.
Hier prallt die brutale Realität eines Foltergefängnisses in einem nicht näher definierten südamerikanischen Land, in dem die beiden Hauptdarsteller der grausemen Willkür des politischen Machtapparates eine Diktatur ausgesetzt sind, auf die glitzernde Scheinwelt der Traumfabrik Hollywoods, in der Aurora als Prototyp der glamourösen Filmdiven der 1940er und 1950er Jahre im Mittelpunkt steht.
Gerade diese zwei scheinbar unvereinbaren Pole machen den Reiz der Geschichte aus!

Das Bühnenbild welches durch eine erstklassische Bühnentechnik und ein grandioses Light Design erst so richtig zur Geltung kam ist größtes Lob auszusprechen. Ebenso den Kostümen, erstellt von Friederike Friedrich.
Wie gewohnt erste Sahne auch wieder das Orchester, das Ballett und der Chor der Bühne Baden.

Und die Darsteller? Einfach wunderbar! Mit vollem Einsatz dabei und ihre gesanglichen und schauspielerischen Stärken voll ausspeilend. Allen voran der fantastische Drew Sarich (Molina), seine Ehefrau Ann Mandrella (Aurora, die Spinnenfrau) und natürlich Martin Berger (Valentin).

Die Premiere endete mit extrem langen Standig Ovation (habe ich seit Jesus Crist Superstar nicht mehr so erlebt). Der Vorhang musste fast 10 mal wieder hochgehen.
Ein großer Dank an Michael Lakner (küstlerischer Leiter der Bühne Baden) der dieses Stück nach Baden gebracht hat! Einfach GRANDIOS!

Wenn Sie sich liebe Leser dieses diese Aufführung entgehen lassen - selber schuld - so etwas werden sie so schnell nicht wieder zu sehen und zu höhren bekommen.

Stadttheater Baden: letzte Vorstellung 1. September 2019
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Zigeunerliebe

Romantische Operette in drei Akten von Robert Bodanzky und A. M. Willner Musik von Franz Lehár.

Zorikas Verlobung mit dem charmanten, aber sehr seriösen Jonel steht unmittelbar bevor. Doch eigentlich hat es ihr dessen Halbbruder, der verführerische, temperamentvolle Zigeunergeiger Jószi viel eher angetan, mit dem sie sich am liebsten auf und davon machen würde. Ratlos, wie sie sich entscheiden soll, entsinnt sich Zorika des alten Volksglaubens, dass ein Mädchen, das in der Verlobungsnacht Wasser aus dem Fluss Czerna trinkt, die Zukunft voraussehen kann. Sie trinkt von dem Wasser und träumt das Leben, das sie erwartet, wenn sie sich für Jószi entscheidet. Wieder aufgewacht, ist sie froh, nur geträumt zu haben. Sie erkennt ihre wahren Gefühle und weiß, wohin sie gehört: zu Jonel.

Kaum eine Partitur des Komponisten ist klanglich so farbenreich und rhythmisch so vielfältig wie die der Zigeunerliebe.

„Ich bin ein Zigeunerkind“, der Csárdás „Hör’ ich Cymbalklänge“ und „Zorika, Zorika, kehre zurück“ sind nur einige der zündenden Melodien dieser romantischen Operette.

Musikalische Leitung: Michael Zehetner, Inszenierung: Isabella Fritdum, Ausstattung: Susanne Thomasberger, Choreografie: Guido Markowitz.

Besetzung: Peter Dragotin – Christoph Wagner-Trenkwitz; Jonel Bolescu – Iurie Ciobanu; Kajetán Dimetreanu, Sohn des Bürgermeisters – Dominik Am Zehnhoff-Söns; Jószi, der Spielmann, ein Zigeuner – Vincent Schirrmacher; Moschu, Kammerdiener Dragotins – Florian Stanek; Zorika, Dragotins Tochter – Cornelia Horak; Jolán, Dragotins Nichte – Elisabeth Schwarz; Ilona von Köröshaza, Gutsbesitzerin – Miriam Portmann; Julca, Amme Zorikas – Kerstin Grotrian.

Wie Isabella Fritdum sagte, hat sich nach intensiver Beschäftigung mit dem Werk das Ziel für sie selbst sehr bald konkretisiert. Der Entschluss, den "Zigeuner-Geiger" als Projektionsfläche für alle anderen Figuren zu verwenden, schien ihr ein interessantes Mittel. Er, der Künstler wird von allen verehrt. Seine gelebte Freiheit, sein Temperament und sein egozentrisches Verhalten sind zugleich Bewunderungs- wie Kritikpunkte für seine Umgebunt.

Die Umsetzung des Stoffes mit diesen Gedanken ist Ihr hervorragend gelungen. Dazu kommt das fantastische Ballett der Bühne Baden - das von Aufführung zu Aufführung besser wird - welches Hauptsächlich als "Wassergeister" in Erscheinung tritt. Sie begeistern nicht nur mit herrlichen Tanzeinlagen sondern auch mit den "fließenden Bewegungen" die die Wellen des Flusses darstellen.

Das Bühnenbild, aufgeräumt und nicht überladen - eben an die nicht so große Bühne der Sommerarena angepasst, lässt keine Wünsche offen. Genauso wie die Orchester der Bühne Baden und der Chor, die beide großartiges leisten.

Nun zu den Darstellern. Vorweg, gratulation an Michael Lakner, er hat bei der Auswahl wieder ein goldenes Händchen bewiesen.
Eine Klasse für sich, Vincent Schirrmacher, der 2009 beim Lehar Festival Bad Ischl unter Michael Lakner sein Österreich Debüt feierte. Mit seiner Stimme riss er als der Spielmann-Zigeuner Josi das Publikum von seinen Sitzen. Nicht weniger beeindruckend Cornelia Horak als Zorike und Dominik An Zehnhoff-Söns als Kajetan Dimetrenau.
Aber auch stimmlich überzeugend Miriam Portmann (wie nicht anders zu erwarten) als Gutsbesitzerin Ilona von Köröshaza, sowie Elisabeth Schwarz (Dragotins Nichte Jolàn) und Lurie Ciobanu als Jonel Balescu.
Schauspielerisch beeindruckend Kerstin Grotrian als Zulcsa, die diesmal nur eine Sprachrolle hatte.

Unter den Zahlreichen Ehrengästen der Premiere auch Laneshauptfrau von Niederösterreich Johann Mikl-Leitner

Sommerarena Baden: Premiere letzte Vorstellung 31. August 2019

Der Vogelhändler

Operette von Moritz West und Ludwig Held Musik von Carl Zeller.

Die Liebe zwischen der Postbotin Christel und dem Tiroler Vogelhändler Adam wird in Verwicklungen und Komplikationen am Hof des regierenden Fürsten auf die Probe gestellt. Im ständeübergreifenden Verwirrspiel lösen sich am Ende aber alle Herzensangelegenheiten in Wohlgefallen auf. Nicht nur Christel und Adam liegen sich in den Armen, sondern auch der kurfürstliche Wald- und Wildmeister Baron Weps und Baronin Adelaide, die Hofdame der Kurfürstin Marie.

Zu den unterhaltsamen Intrigen passt Zellers melodienreiche Musik – darunter die bekannten Nummern „Ich bin die Christel von der Post“, „Wie mein Ahnl zwanzig Jahr’“, „Mir scheint ich kenn’ dich, spröde Fee“, „Als geblüht der Kirschenbaum“, „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ und "Griaß enk Gott, alle miteinander".

Der außerordentliche Erfolg des Vogelhändlers – er gehört zu den meistgespielten Operetten im Repertoire deutschsprachiger Theater – beruht auch auf der idyllischen Szenerie der Geschichte und der großartigen Bühnenwirksamkeit des Librettos.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik, Inszenierung: Christa Ertl, Bühne: Christof Lerchenmüller, Kostüme: Alexia Redl, Choreografie: Michael Kropf.

Besetzung: Adam – Clemens Kerschbaumer; Christel, Postbotin – Ilia Staple; Kurfürstin Marie – Regina Riel; Baronin Adelaide, Hofdame der Kurfürstin – Verena Scheitz; Graf Stanislaus – Matjaž Stopinšek; Baron Weps – Sébastien Soulès; Schneck, Dorfschulze – Franz Födinger; Professor Würmchen – Artur Ortens; Professor Süffle – Beppo Binder.

Einfach Fantastisch!
Endlich einmal wieder eine Operette wie sie sein soll und wie sie das Publikum liebt.
Christa Ertl hat eine klassische Inszenierung ohne Schnörkel und mit Verzicht auf modernes Schnick-Schnack auf die Bühne der Sommerarena Baden gestellt. Dafür ein ganz großes Dankeschön.
Auch das Bühnenbild klar und übersichtlich. Dafür wurde bei den Kostümen keine Kosten und Mühe gescheut und die Darsteller pompös eingekleidet.

Das gesamte Ensemble, das Ballett der Bühne Baden, der Chor und das Orchester bringen eine super Leistung. Und die Hauptdarsteller: Einfach Super!
Allen voran Clemens Kerschbaumer als Adam und Ilia Staple als Christl von der Post. Nicht weniger hervorragend Regina Riel als Kurfürstin Marie, Sébastien Soulès als Baron Weps und Matja Stopinsek als Graf Stanislaus.

Das Premierenpublikum war von der ersten Minute an voll begeistert und spendete massenhaft Applaus. Beim Couplet von Baronin Adelaide (Hofdame der Kurfürstin), bei dem ein Anspielung auf die Ibiza-Affäre eingebaut war, applaudierten und lachten die Zuseher so laut, dass Verena Scheitz (sie spielte die Hofdame) unterbrechen musste und nach einigen Minuten von vorne begann.

Und am Ende gab es minutenlang Standing Ovation.

Sommerarena Baden: letzte Vorstellung 25. August 2019

Salon Pitzelberger

Operette in zwei Akten. Musik von Jacques Offenbach; Libretto nach Rémy, L’Epine, Crémieux und Halévy; Textneufassung von Martin Gesslbauer und Robert Kolar. Badener Erstaufführung.

Der neureiche Julius von Pitzelberger hat große Pläne: Er möchte sich mit einem Hauskonzert in die sogenannte bessere Gesellschaft einführen, weshalb er für die Eröffnung seines musikalischen Salons drei berühmte italienische Opernsänger engagiert. Kurz vor dem Ereignis stellt sich heraus, dass nicht nur die drei Künstler, sondern auch fast alle Eingeladenen ihr Erscheinen verweigern.

Doch was tun, wenn eine Absage unmöglich erscheint, da die einzig verbliebenen Gäste eine finanzkräftige Mäzenin und ein prominenter Musikkritiker sind?

Blamable Turbulenzen sind vorprogrammiert, wenn der Hausherr Pitzelberger, seine Nichte und deren heimlicher Geliebter – der mittellose Musikus Casimir – selbst in die Rollen der italienischen Sänger schlüpfen. Komische Situationen und Sprachwitz in Nestroy’schem Stil in Verbindung mit gewohnt beschwingter Musik machen Salon Pitzelberger zu einer der beliebtesten Operetten von Jacques Offenbach.

Musikalische Leitung: Oliver Ostermann, Inszenierung: Karina Fibich, Bühnenbild: Christof Lerchenmüller, Kostüme: Friederike Friedrich, Choreografie: Leonard Prinsloo.

Besetzung: Julius von Pitzelberger, verwitweter Fabrikant – Helmut Wallner; Ernestine von Pitzelberger, seine Nichte und sein Mündel – Alice Waginger; Casimir Canefas, Komponist – Mahdi Niakan; Carl Brösel, Bedienter – Robert Kolar; Marie Besendorfer, Dienstmädchen – Conny Boes; Freifrau Colonia auf und zu Spittelau und Flötz, wohlhabende Witwe – Sylvia Rieser; Oscar Kerber-Ross, Musikkritiker – Jan Walter.

Stadttheater Baden: Premiere 12. April 2019, 19.30 Uhr; Folgevorstellung 13. April 2019, 19.30 Uhr

Show Boat

Musik von Jerome Kern; Buch und Songtexte von Oscar Hammerstein II Nach dem Roman „Show Boat“ von Edna Ferber. Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser.

Das 1927 uraufgeführte Musical Show Boat war der Wegbereiter für das Goldene Zeitalter des Broadway-Musicals. Show Boat spielt Ende des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA und deckt nicht nur eine Zeitspanne von 40 Jahren an unterschiedlichen Orten ab. Es thematisiert außerdem ethnische Konflikte, zerbrochene Ehen und Selbstreflexionen über das Theaterleben. Es behandelt sowohl das Leben der armen afroamerikanischen Arbeiter und Arbeiterinnen als auch das der weißen Künstlertruppe auf dem Theaterschiff „Cotton Blossom“.

Im Hintergrund der Liebesgeschichte zwischen dem Theaterkind Magnolia und dem Glücksspieler Ravenal verläuft parallel die Geschichte von Joe und seiner Frau Queenie, die sich in der von Weißen dominierten (Theater-)Welt abschuften.

Joes Lied „Ol’ Man River“ ist ein Evergreen geworden. Von Anfang an war sich die Kritik einig, dass Show Boat ein Meilenstein der Musicalgeschichte ist.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik; Inszenierung: Michael Lakner; Ausstattung: Monika Biegler; Choreografie: Michael Kropf.

Besetzung: Kapitän Andy Hawks – Beppo Binder; Parthy Ann Hawks, seine Frau – Uschi Plautz; Magnolia Hawks-Ravenal, beider Tochter – Valerie Luksch; Gaylord Ravenal, ihr Ehemann – Thomas Weinhappel; Joe, Schiffsarbeiter auf dem Show Boat – Zelotes E. Toliver; Queenie, Köchin auf dem Show Boat – Terja Diava; Julie La Verne, Schauspielerin – Jil Clesse; Steve Baker, Schauspieler, ihr Ehemann – Thomas Weissengruber; Ellie May Chipley – Verena Barth-Jurca; Frank Schultz, Schauspieler – Benjamin Plautz; Windy, ein junger Schiffer / Junger Mann mit Gitarre – Nicolas Huart; Sheriff Vallon / Charlie, Portier im Trocadero – Florian Fetterle; Pete, Maschinist / Jake, Pianist im Trocadero – Alexander Donesch; Rubberface / Jim, Eigentümer des Trocadero – Thomas Smolej; Vermieterin / Alte Frau am Pier – Michaela Mock.

Für den Handlungsverlauf dieser Familiensaga ist es wichtig zu wissen, dass 1865 Abraham Lincoln an den Folgen eines auf ihn verübten Attentats in einem Theater verstorben war. Er hatte den Krieg der Nord- gegen die Südstaaten geführt, in dessen Folge nach dem gewaltsamen Tod des Präsidenten und der Niederlage der Südstatten die Sklaverei abgeschafft wurde und den Afroamerikanern dei unumschränkten Bürgerrechte zuerkannt wurden. Doch 25 Jahr später, 1890, als diese Geschichte beginnt, war die schwarze Bevölkerung noch immer zumindest geistig Leibeigene der weißen Mehrheit. In Show Boat werden die Lebensverhältnisse der herrschenden weißen Schicht derer der mehrheitlich in Dienstverhältnissen stehenden schwarzen Bevölkerung gegenübergestellt. Aber: Haben die Weißen Magnolia und Ravenal Hawkes gravierende Eheprobleme, die zur Trennung führen, so ist die Ehe zwischen Joe, dem schwarzen Schiffsarbeiter, und QWueenie, der Köchin auf der Cotton Blossom, trotz aller Hackeleien der beiden im Gegensatz dazu von Bodenhaftung und Stabilität geprägt.

Das schwierige an der Geschichte -- Michael Lakner hat das wunderbar gelöst -- ist, dass sich 37 Jahre Familien- und Weltgeschichte nicht so leicht in ein Musical hineinpacken und auf 3 Stunden komprimnieren lassen. Dem Kennenlernen der beiden Protagonisten (Magnolia Hawkes & Cayörd Ravenal) bis hin zur Eheschließung inklusiver vielen Nebenhandlungen über das Leben auf dem Show Boat wird viel Zeit gewidmet (1,5 Std). Higegen ziehen nach der Pause die Episoden der Weltausstellung, das Trocadero-Intermesso samt Parallelhandlung inm St.-Agatha Stift in atemberaubendem Tempo an uns vorbei. Und dann gibt es noch einen großen zeitlichen Sprung auf das Finale der Geschichte, wo ganze 23 jahre vergangen sind. Jedoch: Dass Magnolia nach so langer Zeit Ravenal verzeiht und ihn wieder bei sich aufnimmt, nachdem er sie 23 Jahre davor sitzengelassen hat, ist sicher dem Publikumsgeschmack geschuldet. Lakner hält das aber für die fantastische Klimax einer fairy tale. Deswegen bleibt in seiner Inszenierung offen, ob die beiden wieder zueinander finden und ihren Lebensabend gemeinsam verbringen werden.

Nicht nur die Inszenierung und das Bühnenbild ist hervorragend gelungen. Auch das Orchester der Bühne Baden, das Ballett und der Chor waren wieder einfach Spitze. Und die Darsteller? Wie nicht anders zu erwarten brachte das gesamte Ensemble eine hochkarätige Leistung auf die Bühne und begeisterte schauspielerisch und natürlich auch stimmlich das Premierenpublikum. Besonders hervorzuheben wäre Zelotes Edmund Toliver (Schiffsarbeiter Joe) der schon seinerzeit in Linz in der gleichen Rolle mit seiner Ausstrahlungskraft und einem unverwechselbaren sonoren Timbre, begeisterte. Thomas Weinhappel als Gaylord Ravenal sorgte wie schon im Zigeunerbaron für stürmischen Applaus. Valerie Luksch verkörperte Magnolia Hawkes-Ravenal wie es nicht besser sein könnte. Beppo Binder und Uschi Plautz (als Ehepaar Hawkes und Eigner der Cotton Blossom) sorgten ebenso wie das Buffopaar (denn Show Boat ist nichts anderes als eine amerikanische Operette) Verena Barth-Jurca als Ellie May Chipley und Benjamin Plautz als Frank Schultz, neben herrlichen Gesangseinlagen, für die komisch-heiteren Momemente.

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Kurz gesagt, eine Produktion die man keinesfalls versäumen sollte!

Stadttheater Baden: letzte Vorstellung 30. März 2019

Der Zigeunerbaron

Operette von Johann Strauss, Libretto von Ignatz Schnitzer.

Sándor Barinkay kehrt nach langjährigen Kriegswirren in seine ungarische Heimat zurück. Die Güter seines Vaters hält der Schweinezüchter Zsupán besetzt, der sich davon auch nicht trennen möchte. Barinkay wird von Arsena, der Tochter des Schweinezüchters, zurückgewiesen, denn sie liebt einen anderen.

Die Zigeunerin Czipra erkennt in Barinkay den Sohn des ehemaligen Gutsbesitzers und macht ihn mit den Zigeunern bekannt, die ihn freudig zu ihrem „Zigeunerbaron“ ausrufen. Barinkay verliebt sich in Saffi, die Pflegetochter Czipras, von deren blaublütiger Herkunft er bald erfährt. Barinkay, der sich ihrer nun nicht mehr für würdig hält, lässt sich für den Krieg anwerben. Nach siegreicher Beendigung des Krieges kehrt Barinkay an der Spitze der Husaren zurück. Schließlich kommt die Liebe doch noch zu ihrem Recht …

„Ja, das alles auf Ehr’“, „Schatzwalzer“ oder „Ja, das Schreiben und das Lesen“ sind nur einige der weltbekannten Melodien dieser Operette, die zum Bühnentriumph für den Komponisten wurde.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik, Inszenierung: Volker Wahl / Michaela Ronzoni, Ausstattung: Stefanie Stuhldreier, Choreografie: Michael Kropf.

Besetzung: Graf Peter Homonay, Obergespan des Temeser Komitats – Thomas Weinhappel; Conte Carnero, königlicher Kommissär – Thomas Zisterer; Sándor Barinkay – Sebastian Reinthaller; Kálmán Zsupán, ein Schweinezüchter – Sébastien Soulès; Arsena, seine Tochter – Alice Waginger; Mirabella, deren Erzieherin – Regina Schörg; Ottokar, ihr Sohn – Mahdi Niakan; Czipra, Zigeunerin – Bea Robein; Saffi, Zigeunermädchen – Regina Riel; Pali, ein Zigeuner / Eugen, Carneros Assistent – Branimir Agovi.

Das Duo Volker Wahl und Michaela Ronzoni, welche für die Inszenierung verantwortlich zeichnen, sind der Ansicht, dass die Kriegsverherrlichung ab der Einführung der Figur des ungarischen Gouverneurs Homonay Mitte des zweiten Aktes heute einen schwierigen Stand hat. Dem tragen sie insofern Rechnung, in dem sie in Bildern zeigen, dass die Werbung für den Krieg gleichsam ein Werben für den Tod ist. Auch können Texte sie "Du braune Kleine, zier dich nicht, das Küssen ist Husaren Pflicht" die sehr problematisch sind, nicht unkommentiert bleiben.
Auch haben sie versucht die historischen Ungereimtheiten des Originallibretto von Mirabella so zu verändern das historische Fakten dramaturgis logisch werden.

Das Bühnenbild - schlicht und einfach - hat mich sehr angesprochen. Ebenso das Schattentheater, welches während der Ouvertüre die Ereignisse rund um die Schlacht von Belgrad (1717) zeigt. Nachdem Barinkay mit den Zigeunern als Husar in den Krieg gezogen ist, wird im Schattentheater die Kämpfe im Krieg vom Ballett dargestellt.

Das Ballett, das Orchester und ebenso der Chor der Bühne Baden haben wieder eine fantastische Leistung gebracht. Ebenso die Darsteller. Ausnahmslos alle, haben eine fantastische Stimme. Hervor zu heben ist auf jedenfall Sebastian Reinthaller (Sándor Barikay), der nach einer längeren Zeit wieder in Baden auf der Bühne stand, der wie gewohnt mit seiner Stimme brillierte aber auch schauspielerisch top war. Um keinen Deut schlechter, Sébastien Soulès als Schweinzüchter Kálmán Zsupán.
Begeistert war ich auch - wie nicht anders zu erwarten - von Regina Riel die das Zigeunermädchen Saffi überzeugend spielte. Ebenso von Regina Schörg als Mirabella - die Erzieherin von Zsupáns Tocher Arsena - die auch für so manch lustige Einlage sorgte. Und last but not least Bea Robein die als Zeugerin und Seherin Czipra so quasi als "graue" Eminenz den roten Faden spinnt.

Mit einem Wort: Eine wunderbare Aufführung mit teilweise tiefgründigen Gesrpächen und vielen heiteren Szenen.
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Stadttheater Baden: letzte Vorstellung 31. Jänner 2019

Der Zauberlehrling

Musical frei nach der Ballade von Johann Wolfgang von Goethe Musik: Robert Persché; Text: Robert Persché und Andreas Braunendal. Badener Erstaufführung - geeignet ab 6 Jahren

Auch Zaubern will gelernt sein! – Aber so schwierig kann das doch nicht sein, oder? Das denkt sich zumindest der junge Heliodor, als er beim großen Zaubermeister Ariel in die Lehre geht. Doch bald muss er feststellen, dass dazu mehr gehört als große Sprüche oder Gesten und dass die magischen Schlossbewohner ihm noch mehr Rätsel aufgeben als die kompliziertesten Zaubertricks: Warum zum Beispiel hält Ariels bezaubernde Tochter Laluna so gar nichts von der Zauberkunst? Was hat es beispielsweise mit den drei Zauberbesen Kehrein, Kehraus und Kehrum auf sich? Mit seinem jugendlichen Übereifer und ungeübten Zauberversuchen versetzt Heliodor das bis dahin sehr geordnete Schlossleben ordentlich ins Chaos.

Musikalische Leitung: Michael Zehetner, Inszenierung: Robert Persché, Bühne: Stephan Prattes, Kostüme: Isabel Toccafondi, Choreografie: Michael Kropf, Videoeinspielungen: Andreas Grininger.

Besetzung: Heliodor, Zauberlehrling – Christopher Dederichs; Ariel, der Hexenmeister – János Mischuretz; Laluna, seine Tochter – Ulrike Figgener; Morgana, seine Haushälterin – Sylvia Rieser; Zauberbesen Kehrein / Federkiel / Bürste – Martina Riegler; Zauberbesen Kehraus / Tintenfass / Schwamm – Benjamin Plautz; Zauberbesen Kehrum / Buchhalter / Handtuchhalter – Beppo Binder; Undine, eine Meerjungfrau – Susanna Hirschler.

Robert Persché ist wieder eine wunderschöne, schwungvolle Inszenierung, frei nach der Ballade von Johann Wolfgang von Goethe - Der Zauberlehrling (1797). Auch die herzerfrischende Musik stammt aus seiner Feder und wurde von Christian Seisel wunderbar arrangiert. Auch das herrliche Bühnenbild von Stephan Prattes passt zu diesem abwechslungsreichen Familienmuscal. Ebenso die Kostüme von Isabel Toccdafondi.
Das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Michael Zehetner läuft hier wieder zur Hochform auf und Michael Kropf hat, wie von ihm gewohnt, eine sehr schöne Choreografie erstellt. Die Zaubertricks dit Philipp Tawfik mit den Darstellern einstudierte, werden Jung und Alt begeistern.

Nun zu den Darstellern: Alle, ausgenommen Christopher Dederichs, sind schon mehrmals in Baden zu bewundern gewesen. Dieser, und alle anderen bringen schauspielerisch und gesanglich eine großartige Leistung auf die Bühne. Gratulation!
Eine Produktion, die man auf keinen Fall versäumen sollte!

Stadttheater Baden: letzte Vorstellung 26. Dezember 2018

Fidelio

Große Oper in zwei Aufzügen, Musik von Ludwig van Beethoven. Text nach dem Französischen von Joseph Sonnleithner und Friedrich Treitschke.

Don Pizarro, der mächtige und grausame Gouverneur eines Staatsgefängnisses, hält seinen schärfsten Kritiker Florestan unschuldig gefangen und will ihn ermorden, da er kompromittierende Informationen über Pizarro hat. Florestans Frau Leonore hat sich – als Mann verkleidet – auf die Suche nach Florestan begeben. Unter dem Namen „Fidelio“ lässt sie sich von Rocco, dem Kerkermeister des Staatsgefängnisses, als Schließer anstellen und hofft, ihren Mann unter den Gefangenen zu entdecken. Marzelline, die Tochter Roccos, verliebt sich in „Fidelio“, was wiederum Jaquino, der ebenfalls in Roccos Diensten steht, ein Dorn im Auge ist. Nach dramatischen Ereignissen gelingt es Leonore wirklich, Florestan zu befreien. Der Minister ordnet eine Generalamnestie für alle Staatsgefangenen an.

Fidelio gilt als die Freiheitsoper schlechthin, singt das Hohelied der unverbrüchlichen Gattentreue und -liebe und ist nun nach 96 Jahren wieder in Baden zu erleben. Damals wurde es erstmals in Baden aufgeführt.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik, Inszenierung: Michael Lakner, Bühne: Stefan Brandtmayr, Kostüme; Friederike Friedrich, Choreografie: Michael Kropf.

Besetzung: Don Fernando, Minister – Thomas Zisterer;  Don Pizarro, Gouverneur eines Staatsgefängnisses – Sébastien Soulès; Florestan, ein Gefangener – Reinhard Alessandri / Matjaž Stopinšek; Leonore, seine Gemahlin, unter dem Namen „Fidelio“ – Magdalena Renwart; Rocco, Kerkermeister – Erik Rousi; Marzelline, seine Tochter – Claudia Goebl / Sieglinde Feldhofer; Jaquino, Pförtner – Ricardo Frenzel Baudisch; Erster Gefangener – Beppo Binder; Zweiter Gefangener – Philippe Spiegel.

Michael Lakner hat die Idee die heurige Saison unter das Motto "Freiheit und Gefangenschaft zu stellen fasziniert. Da war es für den künstlerischen Leiter der Bühne Baden einfach ein Muss, die Freiheitsoper par excellence auf den Spielplan zu setzen und selbst zu inszenieren. Da sich Fidelio als Spiegelbild der jeweiligen Zeit und deren politischen Verhältnisse eingnet, hat Lakner die Oper in die "Jetztzeit" transveriert. Und das ist im hervorragend gelungen.
Auch das Bühnenbild, das Stefan Brandtmayr nach Ideen von Michael Lakner entworfen hat ist einfach Spitze. Sehr übersichtlich, schlicht und aufgeräumt. Dazu zählt auch die Schwärzung von Texsten gleich zu Beginn. Dies ist ein bestimmendes Dekorationselement. Friderike Friedrich hat die Kostüme fantastisch auf die Inszenierung abgestimmt.
Ebenfalls zu Höchstleistung ist  das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Franz Josef Breznik bei der Premiere aufgelaufen und bescherten den Besuchern ein herrliches Klangerlebnis.

Nun zu den Darstellern. Kurz gesagt, das gesamte Ensemble war super.
Eric Rousi als Rocco strahlte Väterlichkeit und Ruhe aus und war somit der Ruhepol in der Handlung. Claudia Goebl, als seine Tochter Marzeline, war quirlig und sang die schwierigsten Passagen souverän. Großes Lob gehärt auch Magdalena Renwart, die die Leonore herrlich verkörperte und deren Sopran nicht nur Dramatik sondern auch Empfindungstiefe hat. Ebenso Sébastien Soulès, der den korupten Don Pzarro mit herrlicher schauspielerischer Art auf die Bühne brachte und, wie immer, stimmlich begeisterte. Und natürlich auch Reinhard Alessandri als Florestan, der erst im zweiten Akt auftrumpfen durfte.
Richardo Frenzel Baudisch - Jaquino - war wie bei einer richtigen Operette, der quirlige Buffotenor.

Stadttheater Baden: letzte Aufführung 23. November 2018

Bonnie & Clyde

„Die Welt wird sich an uns erinnern.“

Buch von Ivan Menchell / Liedtexte von Don Black / Musik von Frank Wildhorn. Deutsch von Holger Hauer. Österreichische Erstaufführung.

Einer der berühmtesten Gangsterfilme aller Zeiten, der gleichzeitig den Karrierestart von Faye Dunaway und Warren Beatty einläutete, nun als Musical.

Amerika, Mittlerer Westen, 1930er Jahre: Das Gangsterpärchen Bonnie & Clyde wird während einer Autofahrt von der Polizei erschossen. Das packende Musical erzählt in einer Rückblende von der bedingungslosen Liebe, den großen Lebensträumen und schließlich von der Berühmtheit dieser beiden „Volkshelden“. Die Sehnsucht, der Armut zu entkommen und ein aufregendes Leben zu führen, bringt Bonnie & Clyde auf kriminelle Abwege. Zahlreiche Morde und Überfälle sowie ein Leben auf der Flucht vor den Gesetzeshütern bilden die traurige Bilanz ihrer gemeinsamen Zeit. Die Nachwelt verbindet mit Bonnie & Clyde trotz allem große Romantik und Liebe bis in den frühen Tod.

Das Musical, zum ersten Mal in Österreich zu erleben, kombiniert Elemente aus Gospel, Rockabilly und Blues zu einer mitreißenden musikalischen Melange, welche die actionreiche Handlung perfekt unterstreicht.

Musikalische Leitung Michael Zehetner; Inszenierung & Choreografie Leonard Prinsloo, Ausstattung Monika Biegler.

Bonnie Parker – Dorina Garuci; Clyde Barrow – N.N.; Blanche Barrow – Michaela Christl; Priester – Martin Berger; Marvin „Buck“ Barrow – Reinwald Kranner; Gouverneur Miriam Ferguson – Shlomit Butbul; Sheriff Schmid – Alexander T.T. Mueller; Ted Hinton – Artur Ortens; Henry Barrow – Franz Josef Koepp; Captain Frank Hamer – Beppo Binder; Bob Alcorn – Florian Resetarits u.v.a.

Die deutschsprachige ERstaufrführung fand 2014 am Theater Bielefeld statt. Leonard Prinsloo hat 2016 eine Aufführung in Prag gesehen und war von dem Stück so begeistert, dass er Michael Lakner den Vorschlag machte, Bonnie & Cliyde als Österreichische Erstaufführung in Baden stattfinden zu lassen!
Hier in Baden, konnte mit ausdrücklicher Zustimmung des Komponisten Frank Wildhorn, eine musikalische Umsetzung durch das Orchester der Bühne Baden präsentiert werden, denn in der ursprünglichen Version ist eine Band vorgesehen.

Dies ist wirklich fantastisch gelungen. Ebenso die gesamte Inseznierung - sehr schwungvoll und teilweise zum Nachdenken anregend - und auch das herrliche minimalistische Bühnenbild, welches kurze Szenen, viele Schnitte und zahlreiche Ortswechsel ermöglicht. Unterstütztdurch durch herrliche Projektionen, erstellt von Aron Kitzig.

Nun zum Ensemble, Orchester, Chor und Ballett der Bühne Baden: Hier gibt es einfach nicht´s zu meckern. Sie bilden einfach eine wunderbare Symbiose und vollbringen Höchstleistungen.
Star des Abends sind - wie nicht anders zu erwarten - Dorina Garuci, Mark Seibert, Michaela Christl und Reinwald Kranner.
Aber auch alle anderen Darsteller haben eine wunderbare Gesangsstimme und eine tolle schauspielerische Leistung. Wie z.B. Artur Ortens, Franz Josef Koepp, Gabriele Kridl u.s.w.

Mit dieser Produktion ist der Bühne Baden wieder ein ganz großer Wurf gelungen. Einfach großartig! Man kann nur gratulieren!
Dies haben die Premierengäste auch mit 10minütigen Standig Ovation gutiert.

Stadttheater Baden: letzte Vorstellung 7. September 2018

Die lustige Witwe

Lippen schweigen, 's flüstern Geigen

Operette in 3 Akten (teilweise nach einer fremden Grundidee) von Victor Léon und Leo Stein. Musik von Franz Lehár. Zum 70. Todestag Franz Lehárs spielt die Bühne Baden sein Opus Magnum.

Der pontevedrinische Gesandte in Paris, Baron Mirko Zeta, erwartet die millionenschwere Witwe Hanna Glawari. Die Witwe soll einen pontevedrinischen Landsmann ehelichen, um den Bankrott ihres Landes abzuwenden. Die Wahl Baron Zetas fällt auf Graf Danilo. Als Danilo in der Witwe seine Jugendliebe wiedererkennt, die er einst aus Standesgründen nicht heiraten durfte, nimmt er Abstand von seinem Auftrag. In Hanna flammt die alte Liebe zu Danilo wieder auf. Sie will seine Zurückhaltung brechen, indem sie ihre Verlobung mit Camille de Rossillon verkündet. Danilo reagiert mit Eifersucht. Unterdessen hat Baron Zeta beschlossen, sich scheiden zu lassen und aus patriotischer Pflicht Hanna zu heiraten. Doch als er erfährt, dass diese im Falle einer Wiederverheiratung ihr Vermögen verliert, zieht er seinen Antrag zurück. Danilo wittert seine Chance: Um eine arme Hanna darf er werben. Danilo gesteht Hanna nun endlich seine Liebe, worauf Hanna erklärt, dass ihre Millionen bei einer Heirat in den Besitz ihres Mannes übergehen.

Musikalische Leitung Franz Josef Breznik, Inszenierung Michael Schilhan, Ausstattung Alexia Redl, Choreografie Leonard Prinsloo.

Hanna Glawari – Maya Boog, Graf Danilo Danilowitsch – Reinhard Alessandri, Baron Mirko Zeta – Wolfgang Gerold, Valencienne, seine Frau – Martha Hirschmann, Camille de Rossillon – Gustavo Quaresma, Njegus – Janos Mischuretz, Kromov – Paul Schmitzberger, Olga, seine Frau – Michaela Mock, Vicomte Cascada – Thomas Zisterer, Raoul de St. Brioche – Beppo Binder.

Die beiden Hauptdarsteller, Maya Boot und Reinhard Alessandri waren wie immer fantatisch. Obwohl Maya Boog streckenweise eher den Eindruck einer traurige als lustige Witwe machte, war die schauspielerische und gesangliche Leistung super.
Aber auch die Mezzosopranistin Martha Hirschmann - erstmalig in Baden zu sehen - gefiel ebenso wie Gustavo Quaresma.
Eine glanzvolle Leistung brachte auch wieder das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Franz Josef Breznik. Und nicht zu vergessen, das von Michael Kropf geleitet Ballett der Bühne Baden!

Sommerarena Baden:  letzte Aufführung 2. September 2018

Der Bettelstudent

„Der Polin Reiz ist unerreicht.“

Operette in drei Akten von Friedrich Zell und Richard Genée. Musik von Carl Millöcker.

Die polnische Komtesse Laura Nowalska hat dem sächsischen Gouverneur von Krakau, Oberst Ollendorf, einen Schlag mit dem Fächer erteilt, nachdem er sie auf die Schulter geküsst hat. Der Oberst sinnt auf Rache. Lauras Mutter will ihre Tochter nur einem reichen Fürsten zur Frau geben, denn sie sind zwar fürstlichen Geblüts, aber bankrott. Ollendorf schmiedet einen Plan.

Er holt aus dem Krakauer Kerker zwei inhaftierte Studenten. Symon soll als Fürst Wybicki um Laura werben, Jan seinen Sekretär mimen. Symon und Laura verlieben sich ineinander. Jan, in Wahrheit ein polnischer Offizier, der mit seinen Kameraden der Sachsenherrschaft ein Ende setzen möchte, verliebt sich in Lauras Schwester. Die Hochzeit Symons und Lauras wird gefeiert, für Ollendorf der vermeintliche Augenblick der Rache, denn er lässt zerlumpte Gefangene antreten, damit diese ihren Mithäftling Symon höhnisch begrüßen. Der Skandal ist groß, doch für die Liebenden wendet sich alles zum Guten.

Melodien wie „Ach, ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküsst“, „Ich setz' den Fall“ und „Ich knüpfte manche zarte Bande“ machen dieses Werk der Goldenen Operettenära zum Evergreen.

Musikalische Leitung Oliver Ostermann; Inszenierung Isabella Gregor; Ausstattung Dietmar Solt; Choreografie Michael Kropf.

Palmatica, Gräfin Nowalska – Sylvia Rieser; Laura, ihre Tochter – Regina Riel; Bronislawa, ihre Tochter – Ilia Staple; Symon Rymanowicz – Matjaž Stopinšek; Jan Janicki – Ricardo Frenzel-Baudisch; Oberst Ollendorf – Jochen Schmeckenbecher; Major Wangenheim – Anton Graner; Rittmeister Henrici  – Sebastian Huppmann; Leutnant Schweinitz – Michael Fischer; Kornett Richthofen – N.N.; Puffke / Wirt – Justus Seeger; Enterich – Robert R. Herzl u.a.

Isabella Gregor hat den Spagat zwischen Tradition und moderne Inszenierung hervoragend geschafft. Der Badener Bettelstudent ist eine wunderbare schwungvolle Inszenierung mit fantastischen Darstellern.
Herrlich das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Oliver Ostermann und auch das Ballett, das Michael Kropf zur Höchstleistung brachte

Nun aber zu den Darstellern. Seit langem ist bekannt dass Sylvia Rieser (Gräfin Nowalska), Regina Riel (Laura), Ilia Staple (Bronislava) und Matjaz Stopinsek (Jan Janicki) hervorragende Leistung bei Gesang und auch Schauspielerisch bringeb.Aber auch Richardo Fenzel Baudisch, der erstmals in Baden auf der Bühne stand, hat sehr gut gefallen.Robert R. Herzl als Enterich hat mir noch nie so gut gefallen.Er hat in den letzten zwei Jahren seit ich ihn nichtmehr gesehen habe undheimlich viel dazu gelernt und hat mich sehr begeistert.

Sommerarena Baden: letzte Vorstellung 31. August 2018.

Eine Frau, die weiß was sie will - MANON

Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben!

Musikalische Komödie in zwei Akten nach Verneuil. Buch von Alfred Grünwald (in der Textbearbeitung von Leonard Steckel). Musik von Oscar Straus. Badener Erstaufführung. Eine tour de force für alle Mitwirkenden, da sie in verschiedene Rollen schlüpfen müssen.

Glamour-Queen Manon Cavallini ist eine von allen Männern umschwärmte Operettendiva. Auch Raoul Severac ist ihr erlegen – sehr zum Unmut der jungen Lucy, die Hals über Kopf in den schmucken Junggesellen verliebt ist. Daher bittet sie Manon, auf Raoul zu verzichten und ihn ihr zu überlassen. Was sie nicht weiß: Manon ist ihre Mutter!

Äußerst verzwickte Familienverhältnisse brodeln also hinter den Kulissen des glitzernden Operettenbetriebes! Oscar Straus bedient sich in dieser Operette des Musikgeschmacks der ausgehenden 1920er Jahre und räumt dem Chanson einen wesentlichen Platz ein.

Musikalische Leitung Oliver Ostermann, Inszenierung Alexander Kuchinka, Bühnenbild Christof Lerchenmüller, Kostüme Friederike Friedrich, Choreografie Leonard Prinsloo.

Manon / Paillard / Fernand – Miriam Portmann, Raoul / Trapu / Lessac – Matjaž Stopinšek, Lucy / Tremoulard – Sylvia Rieser, Honoratioren / Kleinbedienstete – Beppo Binder, Dienstpersonal – Georg Wacks.

Stadttheater Baden: Premiere 20. April 2018, 19.30 Uhr, weitere Aufführung 21. April 2018

Ein Käfig voller Narren

La Cage Aux Folles

Musik und Gesangstexte von Jerry Herman, Buch von Harvey Fierstein nach dem Stück La Cage Aux Folles von Jean Poiret. Deutsch von Erka Gesell, Christian Severin. Badener Erstaufführung. Der gleichnamige Film mit Michel Serrault und Ugo Tognazzi wurde zum Welterfolg.

Georges, Besitzer und Conférencier des Travestie-Clubs La Cage Aux Folles in Saint-Tropez und Albin, der gefeierte Star der glitzernden Shows, der als „Zaza“ das Publikum begeistert, sind seit vielen Jahren ein Paar. Gemeinsam haben sie Georges' Sohn Jean-Michel großgezogen. Eines Tages verkündet Jean-Michel, dass er heiraten möchte: ausgerechnet Anne, die Tochter eines stockkonservativen Politikers. Dieser möchte auch sogleich die Eltern des zukünftigen Schwiegersohnes kennenlernen. Georges sieht sich vor die Aufgabe gestellt, auf schnellstem Wege ein bürgerlich-konservatives privates Umfeld für den Besuch zu schaffen. Außerdem muss noch ein grundsätzliches Problem gelöst werden: Woher eine „Mutter“ nehmen? Nach großen Wirren und viel Komik kündigt sich ein Happy End an: Anne bekennt sich unabhängig von allen unkonventionellen familiären Umständen zu ihrem Verlobten.

Musikalische Leitung Michael Zehetner, Inszenierung & Choreografie Leonard Prinsloo, Ausstattung Monika Biegler.

Albin – René Rumpold, Georges – Matthias Schuppli, Jean-Michel – Benjamin Plautz, Anne Dindon – Beate Korntner, Edouard Dindon – Franz Josef Koepp, Marie Dindon – Michaela Mock, Jacob, Butler – Stefan Konrad, Francis, Bühnenmanager – Richard Schmetterer, Jacqueline – Gabriele Kridl, Cagelles – Kilian Berger, Victoria Demuth, Nicolas Huart, Clara Montocchio, Artur Ortens, Rico Salathe, Ilvy Schultschik, Kevin Gordon Valentine.

Nach einem etwas langatmigem Beginn, den man meiner Meinung nach um mindesten die Hälte hätte kürzen können, hat Leonard Prinsloo ein fantastisch, schwungvolles Musical inszeniert. Manchmal war zwar noch etwas zu viel  Gewusel - wenn Ensemble, Ballett und Chor gleichzeit auftrat - auf der nicht allzu großen Bühne in Baden.
Aber sonst gefiel es nicht nur mir, sonder auch dem Premierenpublikum das begeisterten Applaus spendete.

Sehr gut neben dem Orchster unter der Leitung von Michael Zehetner und dem Ballett, vor allem Michael Plautz und Ulrike Figgener - die wir schon bei "Aladin" in Baden bewundern konnten. Aber auch Stefan Konrad als Butler Jakob.

Eine Klasse für sich Matthias Schuppli als schwuler Nachtclubbesitzer George und sein "Geliebter" René Rumpold der sowohl Albin wie auch Zaza verkörperte.
Mit dieser Doppelrolle hat Rumpold Theatergeschichte geschrieben - als erster Künstler, der beide Rollen interpretiert: 2018/19 im Sprechstück von Jean Poiret und jetzt im Musical von Jerry Herman.

Sie sollten diesen weiteren Geniestreich von Intendant Michael Lakner nicht versäumen. Noch schnell eine der wenigen Restkarten sichern!

Stadttheater Baden: letzte Aufführung 25. März 2018

Maske in Blau

Große Operette in sechs Bildern. Buch von Heinz Hentschke. Gesangstexte von Günther Schwenn. Musik von Fred Raymond.

Eine geheimnisvolle Unbekannte hat Armando Cellini für sein Porträt Maske in Blau Modell gesessen und versprochen, in einem Jahr zurückzukehren und ihre Identität preiszugeben.

Als Erkennungszeichen hat Armando ihr einen Ring geschenkt. Der große Jahrestag kommt, und die reiche argentinische Plantagenbesitzerin Evelyn Valera trifft im Grand Hotel ein: Sofort funkt es zwischen dem Maler und der mondänen Madame. Pedro dal Vegas, der Evelyn heiraten möchte, spinnt eine Intrige: Er stiehlt Evelyn den Ring und gibt ihn Armando zurück. Dieser fühlt sich betrogen und löst die Verbindung zu Evelyn, die nach Argentinien zurückkehrt.

Nach einer atemlosen Reise um den halben Erdball klärt sich alles auf: Pedro dal Vegas wird als Mitgiftjäger entlarvt und einer Verlobung der Liebenden steht nichts mehr im Wege…

Die Soubrettenpartie der Juliska wurde im Film von 1953 von dem ungarischen Temperamentsbündel Marika Rökk verkörpert. Caroline Frank tritt in Thomas Enzingers musicalhafter Umsetzung der Operette in die Fußstapfen ihrer Kollegin.

Musikalische Leitung Oliver Ostermann, Inszenierung Thomas Enzinger, Ausstattung Toto, Choreografie Alexander Grünwald.

Armando Cellini, Maler – Jevgenij Taruntsov, Evelyn Valera, Plantagenbesitzerin – Maya Boog, Franz Kilian – Jens Janke, Josef Fraunhofer – Uli Scherbel, Juliska Varady – Caroline Frank, Pedro dal Vegas – Stephan Paryla-Raky, Gonzala – Uschi Plautz.

Gratulation! Wieder ist ein herrlicher Geniestreich gelungen! Nicht nur das Thomas Enzinger eine schwungvolle und entstaubte Inszenierung nach Baden brachte, hat Toto eine wunderschöne Ausstattung kreiert.
Fantastisch auch das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Oliver Ostermann, die viel zu dem jazzigen Schwung beitrug.

Nun zu den Darstellern. Dass Jevgenij Taruntsov und Maya Boog fantastische Stimmen und hohes schauspielerisches Talent haben, haben sie bereits im Sommer in Baden bewiesen.
Aber mit den erstmals auf der Badener Bühne stehenden Jens Janke, Uli Scherbel und Caroline Frank und Roberto Brenno Martinelle - allesamt Musicaldarsteller - ist Michael Lakner ein ganz großer Wurf gelungen.
Stimmlich, tänzerisch und schauspielerisch erste Sahne!
Aber auch Uschi Plautz und die Stepptänzer und -tänzerinnen Nic Ineson, Nina Tatzber und Berndette Fröhlich begeisterten ebenso wie das Ballet der Bühne Baden.

Eine ganz große Produktion, welche das Premierenpublikum auch mit frenetischem Applaus würdigte.

Stadttheater Baden: letzte Vorstellung 18. März 2018

Die Kaiserin – Fürstenliebe

Was ich will, das will ich richtig

Operette in drei Akten nach Franz Schönthans Lustspiel Maria Theresia. Buch von Julius Brammer und Alfred Grünwald, Musik von Leo Fall. Badener Erstaufführung

Pünktlich zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone bringt die Bühne Baden die Erstaufführung von Die Kaiserin, die vor 102 Jahren in Berlin ihre Uraufführung mit der unumstrittenen Diva der Operette, Fritzi Massary, feierte.

Die noch ungekrönte, liebenswert-eigensinnige Prinzessin Maria Theresia darf nach etlichen Querelen zwischen ihrer Hofdame Gräfin Fuchs und Graf Kaunitz ihren Franz Stephan von Lothringen heiraten. Als junge Kaiserin bereitet „die blonde Theres“ ihrem „Franzl“ allerdings so manchen Kummer, so zum Beispiel, wenn sie zu Hause den gleichen Gehorsam erwartet wie von ihren Diplomaten. Mit Hilfe der lebenslustigen, aus Paris angereisten Prinzessin Adelgunde, von allen nur Bichette genannt, wird der Haussegen in den kaiserlichen Privatgemächern schließlich wiederhergestellt. Bichette entdeckt ganz nebenbei den Charme des „echten Wiener Edelknaben“ Graf Cobenzl, mit dem sie heimlich den Wäschermädelball besucht. Cobenzl erhält von der Kaiserin auch prompt die „Strafversetzung“ nach Paris, denn am Wiener Hof hält man noch streng auf Anstand und Sitte!

Mitreißende Polkas, sinnliche Walzer, zündende Märsche, ins Ohr gehende Volkslieder und höfische Musik machen diese Meisteroperette Falls zu einem mit Ohrwürmern gespickten Juwel der Musikgeschichte.

Musikalische Leitung Franz Josef Breznik, Inszenierung & Choreografie Leonard Prinsloo, Bühnenbild Su Pitzek, Kostüme Devi Saha.

Die Kaiserin – Miriam Portmann, Der Gemahl der Kaiserin – Reinhard Alessandri, Prinzessin Adelgunde, genannt Bichette – Verena Barth-Jurca, Graf Kaunitz – Christoph Wagner-Trenkwitz / Thomas Weißengruber, Gräfin Fuchs – Eva Maria Marold, Graf Pepi Cobenzl – Thomas Zisterer, Der Gesandte in Gelb – Beppo Binder, Der Gesandte in Rot – Daniel Ferlin, Der Gesandte in Grün – Sebastian Huppmann, Graf Khevenhüller – Georg Lehner, Fritz von der Heide, ein Kurier – Michael Fischer, Dr. van Swieten – Robert Kolar, Kleespitz, Kammerheizer – Robert Sadil.

Zuerst mal Gratulation an den künstlerischen Leiter Michael Lakner, der einen frischen Wind in die Bühne Baden gebracht hat und der Leonard Prinsloo als Regisseur nach Baden geholt hat. Ihm ist es gelungen, eine super fantastische Inszenierung auf die Bretter zu stellen. Genau so fantastisch das Bühnenbild von Su Pitzek und die Kostüme von Devi Saha.

Aber was wäre das alles ohne einem begeisterten und hoch motiviertem Ensemble, Orchester, Ballett und Chor. Alle einfach spitze.
Eine Klasse für sich Miriam Portmann, die Die Kaiserin herrlich verkörperte. Ebenso Reinhard Alessandri, als der etwas "unterdrückte" Gemahl der sich dem Willen der Gattin unterordnen muss.
Für die komische bzw. lustige Komponente sorgte Verena Barth-Jurca als Bichette und Thomas Zisterer als Graf Pepi Cobenzl.
Ebenfalls sehr hohes Nivau  von Eva Maria Marold als Gräfin Fuchs und Christoph Wagner-Trenkwitz als Graf Kaunitz.

Eine Aufführung, die Sie nicht versäumen sollten und die das Premierenpublikum zu begeisterungs Stürmen hinriss.

Stadttheater Baden: letzte Aufführung 1. Februar 2018

Religion und Glaube

Spielzeitmotto 2019/2020 der Bühne Baden.

Michael Lakner hat wieder in bereits gewohnter Weise einen Gesamtsaisonspielplan präsentiert. Auch diesmal stehen neun nagelneue Produktionen ins Haus, die die Vielfalt des Angebots an der Bühne Baden unter Beweis stellen und für die Tatsache stehen, dass Baden in allen Musiktheaterdisziplinen sattelfest sind. Da die Kulturvermittlung vor allem im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters führend ist, ermöglicht das auch heuer wieder, einen breit aufgestellten Spielplan samt Workshops für junge Menschen anzubieten, was Lakner besonders freut.

Wieder ist es auch gelungen, ein Werkangebot zusammenzustellen, dass sich unter ein Generalthema subsumieren lässt, welches die Spielzeit wie ein roter Faden durchzieht und einen gesellschaftspolitisch relevanten Kontext hat, der einen breiten Diskussionsangelpunkt bietet. Für die Saison 2019/20 heißt das Motto RELIGION UND GLAUBE. Bevölkerungsstrukturen verändern sich, das Informationszeitalter wird von Migration als globalem Phänomen geprägt: somit sind wir mitten drinnen im sogenannten clash of civilizations, den Philosoph und Wissenschaftler Samuel P. Huntington bereits in den 1990er Jahren vorausgesagt hatte.

Eingerahmt wird die Spielzeit einerseits von Wolfgang Amadeus Mozarts durch die Türkenbelagerungen beeinflusstes Singspiel DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL, und andererseits durch die Badener Erstaufführung von SUNSET BOULEVARD, eines der Erfolgsstücke aus der Feder des englischen Musicalgurus Andrew Lloyd Webber, in welchem der Glaube der Stummfilmdiva Norma Desmond an ihr Film-Comeback zwar nicht Berge versetzen kann, dem Star aber für geraume Zeit neue Lebenskraft und Elan verleiht.

Die Sehnsucht nach symphonischen Darbietungen kann man in den vielen Konzerten mit dem in allen Stilen beheimateten Orchester der Bühne Baden stillen, in der vom Eröffnungskonzert über Neujahrskonzert bis zum Cross-Over- und Musicalkonzert alles dabei ist, was das Herz begehrt.

Das Max-Reinhardt-Foyer bietet sage und schreibe 15 Kammerveranstaltungen. Und auch das Schauspiel hat durch spannende Gastspiele des Landestheaters Niederösterreich seinen festen Platz im Spielplan der Bühne Baden.

Michael Lakner wünscht Ihnen viele unvergessliche Momente gehobener Unterhaltungskunst an Ihrer Bühne Baden.